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Jubilar BördeKäse auf der IGW und auf WM-Kurs 2010 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Redaktion   
Donnerstag, 18 Februar 2010
-Die BördeKäse GmbH aus Vahldorf bei Magdeburg ist immer „am Ball“ - im übertragenen wie im wörtlichen  Sinne. Auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) 2010 wurde das bekannte Unternehmen wieder einmal ausgezeichnet. Die Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt feierte auf der diesjährigen weltgrößten Lebensmittelmesse den 20. Messe- Auftritt ihres Landes.
Die Bördeland-Privatkäserei - die von uns seit vielen Jahren journalistisch  begleitet wird - gehört zu jenen fünf Unternehmen Sachsen-Anhalts, das seit 1991 jedes Jahr auf der Grünen Woche vertreten war.
88 Unternehmen und Verbände zeigten 2010 auf der IGW, die zum 75. Male stattgefunden hat, als Repräsentanten ihres Landes dort Flagge, eine Rekordbeteiligung. 1991 stellten gerade mal elf Firmen ihre Produkte in Berlin aus. Diese Entwicklung belege die Leistungsfähigkeit der Nahrungsgüterbranche in Sachsen-Anhalt, schätzte Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens aus Magdeburg ein.. Nach  dem ihm vorliegenden bisherigen Schätzungen wurde 2009 ein Umsatz von mehr als 6,8 Milliarden Euro erreicht.
In unserer Januarausgabe hatten wir darauf verwiesen, dass nach einer Studie der Empirischen Gesellschaftsforschung Hamburg (Dezember 2009) nur 17 Prozent der früheren DDR-Marken den Sprung ins kalte Wasser der Marktwirtschaft überlebt haben. BördeKäse war dabei. In einem Leserbrief schreibt Michael Gartenmann aus Münster wörtlich: „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele regionale Produkte und Marken es in Ostdeutschland gibt. Ich selbst komme aus Nordrhein-Westfalen. Dort wurden die einheimischen Produkte durch die großen Handelsmarken längst aus den Regalen verdrängt. Einheitskost, wohin man blickt.“

Für BördeKäse gilt eine andere Philosophie, nämlich die: Global denken, aber regional produzieren! Heute sind sie mit ihren Produkten in vielen Ländern Europas, in den USA, in Japan, in Südkorea und in Dubai auf dem Markt. Schon vor Jahren, nämlich 2006, schrieb die in Niedersachsen erscheinende „Neue Presse“: „...Deutschland hat sich in der Käse-Nationenwertung auf Platz zwei geschoben. Und wem haben wie diesen Erfolg zu danken? Dem Osten, genauer: Den Käsebauern der Magdeburger Börde...An ostdeutschen Käsen wird die Welt genesen“. Vielleicht ein wenig überhöht und sarkastisch angelegt. Aber in der Tendenz goldrichtig.

Ebenfalls 2006 fand bekanntlich in Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft statt. Auch da war BördeKäse wieder mit einer aktuellen Marketing-Idee „am Ball“. Sie brachten die inzwischen berühmt gewordenen Vahldorfer „Fußball-Bälle“ auf den Markt. Zur Erinnerung: Der Gouda-Käseball war eine schnittfeste Käse-Spezialität im Netz, ergänzt mit einer aus 12 limitierten Sammelfiguren. Damit wurde allen Fußball-Kultfans nicht nur ein attraktives Produkt, sondern zugleich eine Erinnerung  an die Fußball-WM in die Hand gegeben. 2008 wurde dann eine EM-Version des Käseballs für Österreich und die Schweiz herausgebracht. Trotz aller zollrechtlichen Schwierigkeiten sind für die bevorstehende Fußball-WM 2010 inzwischen die ersten Vahldorfer „Fußball-Bälle“ in Richtung Südafrika unterwegs. Kurzum: BördeKäse hat rechtzeitig den WM-Kurs eingeschlagen. Mal sehen, was daraus wird. Marktwirtschaft verlangt Risikobereitschaft.

Und die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der BördeKäse GmbH, Rosemarie Appel und Hans-Peter Dietrich, haben außer Phantasie auch schon immer ein Herz für Kinder. Als absolute Messeneuheit auf der IGW 2010 präsentierten sie das Kinderprodukt „Mr. Calcium“.
Dazu O-Ton Appel: „In einer 25-Gramm-Mozzarella-Portion
steckt der natürliche Kalzium- und Vitamingehalt aus einem Viertelliter Milch“. So könne mit einem Käsehäppchen ganz leicht der Tagesbedarf an Kalzium gedeckt werden. Das Produkt  wurde Schülern verschiedener Schulen aus der Umgebung von Vahldorf zur Verkostung angeboten. Ergebnis: Viele Schüler kommen seither zum Werkverkauf, um sich Nachschub zu holen. In England sei „Mr. Calcium“ bereits seit Oktober 2009 in der Frischebox, ergänzte GF Dietrich. Und noch etwas, das der Erwähnung wert ist. Mit kleineren Packungen hat sich BördeKäse auf spezielle Kundenwünsche eingestellt.

Aber die BördeKäse GmbH hat auch Sorgen. Der gnadenlose Preiskampf  der Lebensmittel-Discounter („Schlacht um Kunden“, „Einzelhandel lockt mit 77 Prozent Rabatt“, „2010 ist das Jahr der Rabatte“) wird letztlich auf dem Rücken der Produzenten ausgetragen. Qualität hat bekanntlich auch ihren Preis. Und Qualität wird von den Kunden  berechtigterweise verlangt. Frage: Wer löst die Quadratur des Kreises auf?  Wer zerschlägt den gordischen Knoten?  Rabattgestützte Qualität - wo ist sie eigentlich zu haben?

~dila ~
 
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